Automobilhersteller haben erheblich in Hardware-in-the-Loop (HIL)-Umgebungen investiert und umfangreiche Bibliotheken aus Streckenmodellen, Restbuskonfigurationen und Testfällen aufgebaut. Wenn die Validierung jedoch in Software-in-the-Loop (SIL)-Umgebungen erfolgt, müssen diese Artefakte für virtuelle Tests häufig neu erstellt werden. Diese Doppelarbeit erhöht den Engineering-Aufwand, führt zu Inkonsistenzen und verlangsamt die Validierung.

Gleichzeitig wird die Automobilsoftware immer komplexer, während sich die Entwicklungszyklen weiter verkürzen. Daher suchen OEMs nach effizienteren Möglichkeiten, bestehende Validierungsartefakte sowohl in SIL- als auch in HIL-Umgebungen zu nutzen. Die dSPACE Toolkette unterstützt diesen Ansatz, indem sie die Wiederverwendung von Modellen, Kommunikationskonfigurationen, ECU-Artefakten und Testprojekten in beiden Umgebungen ermöglicht.

Welche Rolle spielen SIL und HIL im Validierungsworkflow?

SIL und HIL sind sich ergänzende Validierungsansätze, die in unterschiedlichen Entwicklungsphasen eingesetzt werden. Während SIL frühe und skalierbare Tests in einer virtuellen Umgebung ermöglicht, validiert HIL das Softwareverhalten auf realer ECU-Hardware unter realitätsnahen Betriebsbedingungen.

SIL unterstützt Teams dabei:

  • früher mit der Validierung zu beginnen,
  • Regressionstests zu automatisieren,
  • Fehler schnell zu analysieren und Iterationen zügig durchzuführen,
  • Tests in großem Maßstab auszuführen.

HIL unterstützt Teams dabei:

  • Echtzeitverhalten zu validieren,
  • zeitkritische Funktionen zu verifizieren,
  • mit physischer Hardware und realen Schnittstellen zu testen.

Lassen Sie sich von unseren Experten beraten, wie Sie Ihren Validierungsprozess optimieren können.

Warum sollten OEMs HIL-Testartefakte in SIL wiederverwenden, statt sie neu zu erstellen?

SIL und HIL übernehmen komplementäre Aufgaben im Validierungsprozess. Deshalb müssen ähnliche Validierungsaktivitäten häufig in beiden Umgebungen durchgeführt werden. Aus diesem Grund suchen OEMs zunehmend nach Möglichkeiten, Validierungsartefakte zwischen SIL und HIL wiederzuverwenden.

OEMs möchten nicht zwei Testsuites, zwei Modellsätze oder zwei Szenariosammlungen pflegen. Stattdessen streben sie einen gemeinsamen Satz von Validierungsartefakten an, der in mehreren Umgebungen eingesetzt werden kann. Die Wiederverwendung bietet verschiedene Vorteile:

  • Frühere Tests: Ursprünglich für HIL entwickelte Testsequenzen können bereits in SIL ausgeführt werden, bevor Hardware verfügbar ist. Dadurch werden Fehler früher erkannt.
  • Entlastung von HIL-Prüfständen: Wenn ein großer Teil der Testlast in SIL abgearbeitet wird, können HIL-Systeme gezielt für die finale Integration und zeitkritische Prüfungen genutzt werden.
  • CI/CT für die Automobilentwicklung: SIL läuft auf Standard-PCs und lässt sich deshalb einfach in automatisierte Build- und Testpipelines integrieren.
  • Konsistente Testabdeckung: Wenn HIL und SIL dieselben Artefakte und Szenarien nutzen, werden Fehler früher sichtbar und lassen sich leichter reproduzieren.
  • Geringere Entwicklungskosten: Testskripte müssen nicht mehrfach erstellt werden, und bereits vorhandene Arbeit kann weiterverwendet werden.

Wie ermöglicht dSPACE die Wiederverwendung von HIL-Artefakten in SIL?

Durch die Kompatibilität von Modellen, Kommunikationskonfigurationen, ECU-Artefakten und Testprojekten in beiden Umgebungen ermöglicht dSPACE die Wiederverwendung bestehender HIL-Artefakte in SIL mit minimalem Anpassungsaufwand. Dadurch lassen sich redundante Arbeiten reduzieren, die Konsistenz über verschiedene Validierungsstufen hinweg sicherstellen und frühere sowie besser skalierbare Tests unterstützen.

Die Wiederverwendung von HIL-Artefakten in SIL konzentriert sich typischerweise auf fünf zentrale Bereiche:

  • Streckenmodelle
  • Netzwerk- und Restbuskonfigurationen
  • Artefakte für V-ECUs
  • Integrationsplattformen
  • Testautomatisierungsprojekte
  • Skalierbare Simulationsausführung

Die folgenden Abschnitte erläutern, wie diese Elemente innerhalb der dSPACE Toolkette von HIL nach SIL übertragen werden können.

Welche praktischen Vorteile bietet die Wiederverwendung von HIL-Artefakten in SIL?

Die Wiederverwendung von Validierungsartefakten in HIL- und SIL-Umgebungen hilft OEMs dabei, redundanten Engineering-Aufwand zu reduzieren und einen konsistenteren Validierungsprozess aufzubauen. Anstatt separate Modelle, Konfigurationen und Testprojekte zu pflegen, können bestehende Artefakte über mehrere Entwicklungsphasen hinweg genutzt werden.

Dieser Ansatz ermöglicht eine frühere Softwarevalidierung, schnellere Regressionstests, eine bessere Auslastung physischer HIL-Ressourcen sowie eine effizientere Unterstützung automatisierter CI/CD-Prozesse. Durch die Kombination wiederverwendbarer Artefakte mit einer gemeinsamen Toolkette können Entwicklungsteams ihre Validierungsaktivitäten effizient skalieren und gleichzeitig die Konsistenz zwischen virtuellen und hardwarebasierten Tests sicherstellen.

Das klingt interessant. Nehmen Sie Kontakt auf:

Über die Autoren

Yogesh Tulshiram Bhoi

Yogesh Tulshiram Bhoi

Field Application Engineer, dSPACE India Solutions Pvt. Ltd.

Sajith Painadiyil Surendran

Sajith Painadiyil Surendran

Portfolio Manager SDV, dSPACE GmbH

Immer auf dem neuesten Stand mit unserem Newsletter-Service.

Mit unserem Newsletter-Service informieren wir Sie über aktuelle Anwendungsbeispiele, neue Lösungen und Produkte sowie über Schulungen und Veranstaltungen. Hier geht's zur Anmeldung.

Formularaufruf freigeben

An dieser Stelle ist ein Eingabeformular von Click Dimensions eingebunden. Dieses ermöglicht es uns Ihr Newsletter-Abonnement zu verarbeiten. Aktuell ist das Formular ausgeblendet aufgrund Ihrer Privatsphäre-Einstellung für unsere Website.

Externes Eingabeformular

Mit dem Aktivieren des Eingabeformulars erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Click Dimensions innerhalb der EU, in den USA, Kanada oder Australien übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzbestimmung.