Radarsensoren werden leistungsfähiger, Verkehrsszenarien komplexer und die Anforderungen an die Validierung steigen kontinuierlich. Mit dem DARTS 9050-DG stellt dSPACE eine neue Generation der Radar-Target-Simulation vor, die hohe Bandbreiten, Mehrziel-Funktionalität und eine digitale Plattformarchitektur vereint.
Andreas, dSPACE hat auf der European Microwave Week in London eine Neuheit im DARTS-Portfolio vorgestellt. Warum ist dieses Produkt etwas Besonderes?
Dr. Andreas Himmler: Mit dem neuen DARTS gehen wir einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung unserer Radar-Target-Simulation. Dabei bauen wir bewusst auf den Stärken auf, für die die DARTS-Familie seit Jahren im Markt geschätzt wird. Gleichzeitig führen wir eine neue digitale Plattform ein, die die Grundlage für zukünftige Funktionen, Erweiterungen und neue Testmöglichkeiten schafft. Wir eröffnen damit neue Perspektiven in der Radarvalidierung und legen den Grundstein für die nächste Generation unserer DARTS-Systeme.
Du sprichst von einer Plattform. Was bedeutet das konkret?
Dr. Andreas Himmler: Die neue Architektur wurde von Anfang an als digitale Plattform konzipiert. Dadurch können zukünftig softwarebasierte Funktionen, erweiterte Zielsimulationen sowie zusätzliche Verarbeitungs- und Logging-Funktionen integriert werden. Für unsere Kunden bedeutet das eine zukunftssichere Lösung, die mit den steigenden Anforderungen moderner Radarsysteme mitwachsen kann.
Neu in der DARTS-Familie: Mit dem DARTS 9050-DG (dSPACE Automotive Radar Test System) erweitert dSPACE die Radar-Target-Simulation um eine leistungsstarke Plattform für noch realistischere und komplexere Testszenarien.
Welche Herausforderungen im Markt adressiert ihr damit?
Dr. Andreas Himmler: Moderne Radarsensoren entwickeln sich rasant weiter. Sie nutzen größere Bandbreiten und bieten eine höhere Auflösung als frühere Generationen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Absicherung komplexer Verkehrsszenarien. Um solche Systeme zuverlässig zu testen, benötigen Entwickler leistungsfähige Testwerkzeuge, die sowohl hohe Bandbreiten als auch komplexe Mehrziel-Szenarien zuverlässig und flexibel abbilden können. Genau dafür wurde die neue Plattform entwickelt.
Ein zentrales Stichwort ist Multitarget-Funktionalität. Warum ist sie so wichtig?
Dr. Andreas Himmler: Im realen Verkehr ist ein Fahrzeug selten nur mit einem einzigen Objekt konfrontiert. Stattdessen müssen Radarsensoren zahlreiche Objekte gleichzeitig erkennen, verfolgen und unterscheiden können. Unsere neue Lösung unterstützt komplexe Testfälle mit mehreren gleichzeitig simulierten Zielen und kann bis zu 16 digitale Echos flexibel auf zwei Simulationskanäle verteilen.
Dadurch lassen sich anspruchsvolle Szenarien deutlich effizienter und realistischer testen.
Welche technischen Eigenschaften zeichnen das System besonders aus?
Dr. Andreas Himmler: Zu den wichtigsten Merkmalen gehören die durchgängige 5-GHz-Bandbreite über den gesamten Signalpfad, zwei unabhängige Simulationskanäle sowie die vollständig digitale Signalverarbeitung. Darüber hinaus bietet das System einen großen Distanzbereich, unterstützt sehr kurze und sehr große Zielentfernungen, einen hohen Dynamikumfang der Radarsignale und ermöglicht schnelle Aktualisierungsraten für dynamische Testszenarien. Gleichzeitig behält das neue System den bekannten Vorteil aller DARTS-Systeme bei: die Kompatibilität mit jedem Radar, unabhängig vom verwendeten Modulationsverfahren.
Welche Vorteile ergeben sich daraus für die Kunden?
Dr. Andreas Himmler: Unsere Kunden können moderne hochauflösende Lang-, Mittel- und Kurzstreckenradare unter realistischen Bedingungen validieren. Die durchgängige 5-Ghz-Bandbreite ermöglicht die präzise Stimulation der Radarsensoren. Gleichzeitig profitieren Anwender von einer höheren Flexibilität bei der Umsetzung komplexer Testfälle. Besonders interessant ist dabei, dass sich mehrere Ziele mit nur einem Gerät simulieren lassen. Das reduziert den Testaufwand und eröffnet neue Möglichkeiten für die Absicherung zukünftiger Radaranwendungen.
Welche Rolle spielt die neue Plattform für die zukünftige DARTS-Strategie?
Dr. Andreas Himmler: Wir sehen die Plattform als technologisches Fundament für kommende Generationen unserer Radar-Testsysteme. Sie schafft die Basis für markt- und kundenspezifische Erweiterungen sowie für neue Funktionen, die wir in Zukunft bereitstellen können. Damit investieren wir nicht nur in ein neues Produkt, sondern in die langfristige Weiterentwicklung des gesamten DARTS-Portfolios. Die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden ist dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor. Gemeinsam wollen wir neue Anforderungen aufgreifen und in leistungsfähige, praxistaugliche Erweiterungen überführen.
Wann können Kunden die Neuheit selbst testen?
Dr. Andreas Himmler: Auf der European Microwave Week 2026 haben wir den DARTS 9050-DG erstmals vorgestellt. Erste Kundenevaluierungen starten Ende des Jahres. Wir freuen uns darauf, die neue Plattform gemeinsam mit unseren Kunden weiterzuentwickeln und neue Möglichkeiten für die Radarvalidierung zu erschließen.