Was treibt autonome Rennwagen zu Höchstleistungen, wenn Menschen nicht mehr am Steuer sitzen? Welche Technologien ermöglichen es, auf legendären Rennstrecken neue Rekorde zu erzielen? Antworten liefert die Indy Autonomous Challenge (IAC): Bei diesem Wettbewerb treten internationale Hochschulteams in fahrerlosen Rennen gegeneinander an, wobei sie von dSPACE mit Software- und Hardware-Lösungen unterstützt werden.

Bei der IAC stehen künstliche Intelligenz (KI) und autonomes Fahren im Mittelpunkt. Zehn Teams von Hochschulen aus aller Welt treten mit ihren vollautomatisierten AV-24-Rennwagen, die von „KI-Fahrern” gesteuert werden, gegeneinander an. Um die Rennen vorab zu simulieren und die großen Datenmengen zu verarbeiten, die während der Rennen anfallen, werden Lösungen von dSPACE eingesetzt.

Welche Produkte von dSPACE kommen bei der IAC zum Einsatz?

  • SIMPHERA: eine Simulationsumgebung, die es ermöglicht, die KI-Fahrer-Software unter realistischen Bedingungen zu testen und weiterzuentwickeln. Sie umfasst Simulationsmodelle, Testautomatisierung und Testanalyse. SIMPHERA integriert nahtlos Software-in-the-Loop (SIL)- und Hardware-in-the-Loop (HIL)-Plattformen. Die speziell für die IAC entwickelten Cloud Racing Services bieten eine virtuelle Testumgebung, die in der AWS-Cloud gehostet wird und flexible Ressourcenzuweisung sowie parallele Ausführung von Testszenarien ermöglicht.
  • AUTERA AutoBox: eine robuste In-Vehicle-Plattform, die als Zentralrechner in allen IAC-Rennwagen fungiert. Sie liest und verarbeitet Daten von Lidar- und Radarsensoren, Kameras sowie von Bussen und Netzwerken im Fahrzeug. Die einzigartige Kombination aus hoher Rechenleistung, Widerstandsfähigkeit und Hochgeschwindigkeitsprotokollierung in einer kompakten Form macht die AUTERA AutoBox besonders wertvoll für die IAC.
Rekordjagd in Monza
Das UNIMORE Racing Team und sein AV-24-Rennwagen stehen bereit, um sich der Herausforderung in Monza zu stellen.

Rekordjagd in Monza

Im Rahmen der Milano Monza Motor Show MIMO 2025, die vom 27. bis 29. Juni stattfand, wurde die IAC auf dem Autodromo Nazionale di Monza in Italien ausgetragen. Zwei Universitätsteams nahmen mit ihren Rennfahrzeugen teil.

Die Strecke ist für ihre langen Geraden bekannt, die es den Fahrern ermöglichen, hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. Sie umfasst sowohl Rechts- als auch Linkskurven und bot den Teams die Gelegenheit, ihre Technologien unter realen Rennbedingungen zu testen. Im „Tempel der Geschwindigkeit“ absolvierten die Teams Unimore Racing und TUM Autonomous Motorsport gemeinsam über 643 Kilometer autonomes Testen in nur sechs Stunden Streckenzeit.

Mit einer Rundenzeit von 1:54,442 Minuten verbesserte UNIMORE Racing den bisherigen Rekord der MIMO 2023 um elf Sekunden. In derselben Runde erreichte das Team zudem mit 275 km/h die bislang höchste Geschwindigkeit eines IAC-Teams auf der Rennstrecke in Monza.

Virtuelle Vorbereitung, reale Erfolge
Bereits vor dem Rennen konnten die Teams die legendäre Corkscrew-Kurve virtuell durchfahren und ihre KI-gesteuerten Boliden auf Herz und Nieren prüfen.

Virtuelle Vorbereitung, reale Erfolge

Am 24. Juli 2025 traten die weltweit schnellsten autonomen Rennwagen auf der legendären Motorsportstrecke WeatherTech Raceway Laguna Seca in den USA gegeneinander an. Das Rennen bildete den Auftakt des renommierten Java House Grand Prix von Monterey und wurde als Zeitrennen ausgetragen. An diesem Wettbewerb nahmen acht IAC-Teams aus Nordamerika, Europa und Asien teil.

Die Rennstrecke ist vor allem für ihre Höhenunterschiede und die anspruchsvolle Corkscrew-Kurve bekannt. Auf manchen Streckenabschnitten, etwa in Tunneln oder unter dichten Baumkronen, können die Fahrzeuge zudem ihr GPS-Signal verlieren. Sie müssen sich dann vollständig auf Lidar- und Kamerasysteme verlassen. Mit Hilfe unserer Simulations- und Validierungslösung SIMPHERA konnten die Teams diese besonderen Herausforderungen virtuell nachstellen und ihre Algorithmen gezielt an die spezifischen Bedingungen der Rundstrecke anpassen.

Nach einem spannenden Renntag erwies sich das Team PoliMOVE-MSU mit einer beeindruckenden Rundenzeit von 1:29,792 Minuten, einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 144,5 km/h und einer Höchstgeschwindigkeit von 236,5 km/h als Top-Performer der IAC. Auf den weiteren Plätzen folgten die Teams Purdue AI Racing (2. Platz) und KAIST (3. Platz), die ebenfalls eindrucksvoll ihre technischen Fähigkeiten unter Beweis stellten.

So geht es weiter

Die IAC steht nie still: Aus Einzelzeitfahrten wurden aktionsreiche Mehrwagenrennen auf ovalen Rennstrecken. Auch auf anspruchsvollen Rundstrecken mit Links- und Rechtskurven stellen die Teams bereits ihr Können unter Beweis. Künftig sind auf solchen Strecken Kopf-an-Kopf-Duelle geplant. Diese Fortschritte treiben die Entwicklung von Technologien für autonome Fahrzeuge voran und setzen neue Standards im Motorsport.

Um diese Entwicklung gezielt zu stärken, erweitert dSPACE kontinuierlich die Unterstützung für die IAC. Mit unserer sensorrealistischen Simulationssoftware AURELION können die Teams nun auch Perzeptionsalgorithmen realitätsnah auf virtuellen Rennstrecken testen. Die simulierten Sensordaten von Kameras, Radar und Lidar werden in Echtzeit übermittelt, so dass die Datenverarbeitung genauso abläuft wie in einem echten Rennwagen. Dadurch kommen die Tests in der Simulation der Wirklichkeit noch näher – ein wichtiger Schritt für den Fortschritt im autonomen Rennsport.

dSPACE MAGAZIN, VERÖFFENTLICHT SEPTEMBER 2025

Immer auf dem neuesten Stand mit unserem Newsletter-Service.

Mit unserem Newsletter-Service informieren wir Sie über aktuelle Anwendungsbeispiele, neue Lösungen und Produkte sowie über Schulungen und Veranstaltungen. Hier geht's zur Anmeldung.

Formularaufruf freigeben

An dieser Stelle ist ein Eingabeformular von Click Dimensions eingebunden. Dieses ermöglicht es uns Ihr Newsletter-Abonnement zu verarbeiten. Aktuell ist das Formular ausgeblendet aufgrund Ihrer Privatsphäre-Einstellung für unsere Website.

Externes Eingabeformular

Mit dem Aktivieren des Eingabeformulars erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Click Dimensions innerhalb der EU, in den USA, Kanada oder Australien übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzbestimmung.