Die kontinuierliche Entwicklung von Fahrerassistenzfunktionen und Funktionen für das autonome Fahren für Mobilitätssteuergeräte, die auf der satellitengestützten Erfassung von Position und Zeit beruhen, erfordert eine Verifizierung und Validierung in einer sicheren Umgebung. Die Anforderungen an die Genauigkeit steigen mit höherem SAE-Automatisierungsgrad. Insbesondere oberhalb des SAE-Levels 3 mit bedingter automatisierter Fahrfähigkeit im Homologationsprozess sind der GNSS (Global Navigation Satellite System)-Empfänger und die Signalverarbeitung im Steuergerät (ECU) und der Telematik-Steuereinheit (TCU) des Fahrzeugs von hoher Sicherheitsrelevanz.
Um diese wichtige Anforderung zu erfüllen, ist ein GNSS-Simulator eine nützliche Ergänzung zu Sensoren wie Kameras, Radargeräten usw., die nahtlos in ein HIL-Setup integriert werden können. Während GNSS-Simulatoren in der Vergangenheit hauptsächlich für die Navigation verwendet wurden, liegt der Schwerpunkt von SAE-Level 3 und höher auf ADAS/AD und auch Infotainment-Funktionen. Die Möglichkeit, reale globale Satellitennetze sowie die jeweilige Satellitenempfangsstärke abzubilden, ist für den Aufbau und das Testen verschiedener Szenarien wie Stadtteile mit dichter Bebauung und hohen Gebäuden oder eine Tunneldurchfahrt von Vorteil.
GNSS-Anwendungsentwicklung für ein breites Spektrum von Anwendungsfällen
Da die verschiedenen Komponenten der dSPACE Hardware und Software äußerst flexibel kombiniert werden können, lassen sich dSPACE Entwicklungsumgebungen für ein breites Spektrum von Anwendungen einsetzen. Dazu gehören:
- Automobilindustrie
- Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung
- Agrartechnik
- Straßen- und geländegängige Nutzfahrzeuge
- Schifffahrt
Definition des Szenarios
Die Entwicklungsumgebung, die mit einer Kombination aus Hardware und Software von dSPACE und Werkzeugen unserer Partner Safran und/oder Spirent eingerichtet wurde, kann für eine Vielzahl von Testszenarien eingesetzt werden, darunter:
- Einstellung von Satellitenkonstellationen
- Ausbreitungseffekte
- Mehrwegeffekte
- Störsender und Spoofing
- Auswirkungen in Tunneln und in städtischen Umgebungen
In einem typischen Aufbau ist der GNSS-Signalgenerator über Ethernet mit dem dSPACE Echtzeitsystem verbunden, das ASM mit einer importierten realen Straße ausführt. Die GNSS-Simulationsschnittstelle stellt die Kommunikation zwischen den Systemen über ConfigurationDesk her. Das Echtzeitsystem überträgt die GNSS-Simulationsdaten einschließlich Datum, Uhrzeit und Position des Ego-Fahrzeugs an den GNSS-Signalgenerator und empfängt Statusinformationen. Die Restbussimulation wird ebenfalls über den Echtzeit-PC abgewickelt. Der Prüfling, in der Regel die TCU, erhält die Restbussimulation vom Echtzeit-PC und das GNSS-Signal vom GNSS-Signalgenerator.
Beim Einsatz der dSPACE Entwicklungsumgebung können Sie von mehreren Vorteilen profitieren:
- Prototyping und Homologation so komfortabel wie möglich
- Kompetente Engineering Services
- Echtzeitfähigkeit
- Synchronisierung
- Präzision in Zeit und Position
- Zuverlässigkeit
Safran
Safran bietet eine breite Palette von Lösungen für Positionierung, Navigation und Zeitmessung, einschließlich Tools zur Erzeugung echter RF-Signale, die Satellitensignale nachahmen.
Spirent
Spirent bietet Lösungen, die Innovation und Entwicklung in den Bereichen Positionierung, Navigation und Timing vorantreiben.